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Agrarforum in der Ukraine mit österreichischer Beteiligung

 Der Oblast (Bundesland) Sumy liegt im Norden der Ukraine und hat ein Ausmaß von 23.800 km² (NÖ: 19.177 km²). Die Agraruniversität Sumy zählt mit mehr als 1.800 Studenten zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen der Ukraine. Alle 2 Jahre wird in den Gebäuden der Universität ein Agrarforum mit internationaler Beteiligung abgehalten. 

Der Rektor der Agraruniversität Sumy, Prof. Volodymyr Ladyka ist ein großer Freund der österreichischen Landwirtschaft. Bei einem Besuch von Prof. Ladyka und dem 1. Vizegouvernator von Sumy, Volodymyr Sapsay anlässlich der Agraria 2008 wurde vereinbart, dass österreichische Referenten zum Agrarforum 2008 nach Sumy eingeladen werden. 

Johann Tatzber, der Geschäftsführer der Agro Consulting GmbH und Ing. Johann Tanzler, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Fleckviehzüchter (AGÖF) wurden ersucht, ein Referententeam namhaft zu machen. 

Vom 15. bis 18.10.2008 fand dieses internationale Agrarforum vor rund 400 geladenen Gästen und ebenso vielen Studenten statt. 

 

Neben Referenten aus der Ukraine, Russland, Belarus, Polen und Deutschland war Österreich durch Johann Tatzber, Agro Consulting GmbH, Ing. Johann Tanzler, AGÖF, Dr. Christa Egger-Danner, ZuchtData und Dipl. Ing. Franz Tiefenthaller, LWK Oberösterreich vertreten. 

Während Johann Tatzber zum Thema: Bodenbearbeitung – moderne Technologie und Technik in der Ukraine referierte, waren die Themen der weiteren österreichischen Vortragenden naturgemäß der Rinderhaltung gewidmet. 

Ing. Johann Tanzler sprach zum Thema: Fleckvieh in Österreich und Europa, das Thema von Dr. Christa Egger-Danner war: Nachhaltige Rinderzucht und zeitgemäße Rinderdatenbank, und Dipl. Ing. Franz Tiefenthaller widmete sich dem Thema: Grundfutterqualität und Rinderfütterung. 

Die Rinderhaltung in der gesamten Ukraine ist stark rückläufig. Daher unternimmt die Regierung große Anstrengungen, die Leistungen und somit die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. 

Da die Agraruniversität Sumy auf die Rinderhaltung spezialisiert ist und auch eine eigene Besamungsstation leitet, wurden die österreichischen Teilnehmer zu einer Besichtigung der Anlagen eingeladen. 

Sowohl mit Prof. Ladyka und dem Vizegouvernator Sapsay, als auch mit Vertretern und Fachleuten der Rinderzucht konnte Ing. Tanzler das Interesse der österreichischen Rinderzucht an einer Zusammenarbeit mit der Ukraine besprechen. Schließlich wurde vereinbart, dass es mit der Region Sumy, aber auch mit den benachbarten Regionen zu weiteren intensiven Gesprächen kommen wird. Dazu hat Ing. Tanzler die Absicht bekundet, ein eigenes Projekt für die Ukraine zu starten. Diese Absicht wurde dann auch abschließend bei einem Gespräch zwischen der österreichischen Delegation und Prof. Ladyka sowie Prof. Burkat, dem Direktor des Institutes für Tierzüchtung und Genetik der Ukraine besprochen. 

Diese Zusammenarbeit ist für beide Seiten sehr interessant und kann neue wirtschaftliche Impulse bringen. Neben Seminaren zur Zucht, Fütterung, Tiergesundheit und Hygiene sollen auch Exkursionen von der Ukraine und in die Ukraine zu einer Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit beitragen. 

Bei einem Treffen zwischen Prof. Ladyka und Johann Tatzber wurde dann auch eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich der Ölsaatenproduktion besprochen. Ein geplantes Projekt mit EuroBioFuels AG, einer österreichischen Biodieselfirma, welches die Beratung im Pflanzebaubereich, die Mechanisierung, den Bau von Trocknungs- und Siloanlagen sowie in weiterer Folge die Errichtung von Ölpressen beinhaltet, erweckte größtes Interesse und hier konnte Prof. Ladyka, welcher auch Abgeordneter der Region Sumy ist, die bestmögliche Unterstützung zusagen. In dieses Projekt soll auch die Agrarversicherung mit einer der größten österreichischen Versicherungsanstalten integriert werden. 

Sowohl das Agrarforum selbst, als auch die nachfolgenden Gespräche mit Vertretern der ukrainischen Agrarpolitik lassen sowohl im Tierzuchtbereich, aber auch im gesamten Pflanzenbaubereich eine positive Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Ukraine erwarten.